Sicherheit im Internet (oder: Informationen für Orwell, fast 25 Jahre
danach)
Die meisten Deutschen surfen zu sorglos im Internet, berichtete eine
repräsentative
Studie des BSI.
90% wissen, dass der PC von Fremden gesteuert werden kann und dann als
Waffe gegen Dritte missbraucht wird (z.B. für
Phishingmails, Pornoangebote etc.) oder der Rechner Kennwörter
mitprotokollieren kann. Aber obwohl jeder dritte Internetnutzer seine
Bankgeschäfte über den PC abwickelt und keiner als Urheber von Spam
belangt werden möchte, setzt nur jeder vierte Internetnutzer ein
Virenschutzprogramm und nur jeder zweite Nutzer eine Firewall ein (und da
ist die automatische Firewall von Windows XP SP2 schon berücksichtigt).
Die Vorsorge sei mangelhaft, weil rein privat benutzte Rechner häufig nur
eine geringe Bedeutung hätten, sagt das BSI. Unsichere Computer gefährden
aber die gesamte netzweite Sicherheit, und der Nutzer kann für die von
seinem rechner ausgehenden Störungen mit verantwortlich gemacht werden!
Sicherheit im Internet ist also ein wichtiges und auch interessantes
Thema. Dabei gibt es für Sie als Surfer drei verschiedene Aspekte:
Varus, gib mir meine Legionen wieder! (Kaiser
Augustus 9 n.Chr.)
Virus, gib mir meine Daten wieder!
(Computernutzer seit 1981 n.Chr.)
Ja, der Computervirus ist 25 Jahre alt!
Und es klingt heute unglaublich: Der erste Virus trat unter Unix auf.
Der erste DOS-Virus "Brain" kam 1986, der erste Windows95-Virus 1996,
und 1999 kam mit CIH der erste Virus, der Hardware zerstören konnte.
Wenn Sie nicht gerade auf einer verschlüsselten Internetseite sind (zu
erkennen am "https:" statt "http:" in der Adresszeile), dann kann jeder im
Internet, der die Information zwischen Ihnen und dem Webserver übermittelt
(also der Provider, der Backbone-Betreiber, der Provider des Webservers,
alle beteiligten Transferstellen, und bei allen diesen ihnen unbekannten
Firmen alle Mitarbeiter mit Zugang zu den Rechnern) die Informationen
mitlesen. Und glauben Sie mir: Auch die Nachrichtendienste haben sich an
zentralen Stellen eingeklinkt und lesen teilweise mit. Das Internet ist
öffentlich.
Schauen Sie einfach einmal nach, wie viele Stationen gerade diese Seite
von meinem Server auf dem Weg zu Ihnen mitlesen:
Unter Windows: Öffnen Sie einmal eine Eingabeaufforderung (auch
DOS-Prompt genannt) und geben Sie ein:
tracert www.tomstein.de
Unter Linux: Starten Sie eine Kommandoshell, und geben Sie ein:
traceroute www.tomstein.de
Nur die letzte Station ist der Server, der diese Seite sendet. Alle
anderen sind Fremde, die mitlesen können. Ich habe bei mir 6 weitere
Stationen gezählt, die sich identifiziert haben, zwischen mir und
meinem eigenem Webserver, es könnten auch mehr sein, da sich nicht alle
Stationen mit diesem Befehl identifizieren lassen.
Das gleiche gilt für normale Mails, die wie Postkarten durchs Internet
segeln. Und es gilt für Informationen, die aus Ihrem Surfverhalten
gewonnen werden. Haben Sie sich eben noch bei der XY-Bank über Kredite
informiert und suchen jetzt im Online-Reisebüro einen Kurztripp aus? Dann
möchten Sie sicher über preisgünstigen Reisen, die erst nach der Rückkehr
bezahlt werden müssen, informiert werden? Oder interessiert Sie eher ein
Kauf auf Raten? Professionelle Werbungsanbieter schalten Banner in
vielen Webseiten und verfolgen so, welche Internetseiten sie besuchen. Sie
ermitteln daraus auf Sie persönlich zugeschnittene Werbung oder besser:
Professionelle Verführungstricks. Die Informationen dazu liefern
eigentlich harmlose Cookies, das sind Mini-Textdateien, die Ihr Browser
auf Anforderung speichert, und die eigentlich nur die Infos enthalten,
welche die Webseite Ihnen vorher gesendet hat. Aber das kann z. B. eine ID
sein, um sie später wieder zu erkennen. Oder ein Betreiber ist mit
mehreren Internet-Shops verbunden und verfolgt Sie so sogar ohne Cookies.
Er weiß, was Sie anklicken, welche Seite Sie wie lange interessiert hat,
welche Themen Sie nicht beachtet haben, worauf Sie bisher reagiert haben.
Daher der Tipp: Bloß nicht jedem, der darum bittet, gleich alle
Informationen über einen selbst verraten, denn das Netz macht
Informationen transparent. Für Großbritannien z.B. ist bekannt, das
mittels Wählerlisten und Telefonbüchern sowie diversen sonstigen Listen
die Adresse und diverse private Daten beinahe jedes Unbekannten in
Sekunden herausgefunden werden kann, inkl. Kreditwürdigkeit! In
Deutschland gibt es ähnliche Datenverbünde, auch wenn diese sich gegen
Privatleute abschotten und ihre Daten nur zahlenden Mitgliedern zur
Verfügung stellen. Entscheiden Sie, welche Informationen ein Anbieter
braucht und erhalten darf. Ein Online-Einkauf kann nur an sie gesandt
werden, wenn Ihre Strasse bekannt ist, aber wozu brauchen die Ihre
E-Mail-Adresse? Natürlich: Für Werbemüll. Zwischen 10 und 60% des
E-Mail-Verkehrs sind Werbemüll, je nachdem, wo Sie wem Ihre Adresse
hinterlassen haben. Eine meiner E-Mail-Adressen wird zu 100% mit
Sexwerbung zugeschwemmt (früher wollten Sie mir Frauen anbieten,
inzwischen ist angeblich meine Frau nur zufrieden zu stellen, wenn ich
bestimmte Mittelchen einnehme), täglich etwa ein Dutzend Mails über
Vergrößerungen, Standzeit, Videos, Spindfotos und "die dicksten Dinger".
Ich habe nie erfahren, welcher Onlineshop meine Adresse verkauft hat,
jedenfalls kann ich diese jetzt praktisch nicht mehr benutzen, da echte
Mails dazwischen übersehen werden.
Geben Sie kritische Informationen wie Kreditkartennummern nur bei
verschlüsselter Übertragung (also Seiten mit "https:") ein, damit nicht
jeder mitliest. Benutzen Sie eine E-Mail-Adresse für private Mails von
Bekannten und eine öffentliche Adresse, unter der sie nichts wichtiges
erwarten - diese Adresse werden Sie nach einigen Monaten oder Jahren
ersetzen müssen, wenn der Werbemüll zu viel geworden ist. Leider werden
auch die nicht bekannt gegebenen Adressen gefunden, weil einige Spammer
einfach Adressen erfinden und ausprobieren. Sollte Ihre Adresse leicht zu
erraten sein (etwa vorname.nachname bei einem internationalen Provider),
dann werden Sie auch dort irgendwann Spam erhalten.
Abgesehen von der Auswertung von Informationen über Sie gibt es ein
weiteres Risiko: Das knacken Ihres Computers. Denn Ihr Computer führt
nicht nur die Programme aus, die Sie selbst mit der Maus starten, sondern
auch weitere, die Ihr Betriebssystem braucht oder die ein Hacker
eingeschleust hat.
Sie meinen, so etwas passiert nur den "Grossen"? Nicht, seit Hacker die
Adressen geknackter Rechner verkaufen, weil sich darüber z.B. Spam anonym
versenden lässt. Na ja, fast anonym, denn bis zu Ihnen lässt sich der Weg
zurück verfolgen. Ich möchte keine Panik schüren, aber ernst ist die Lage
schon:
Derzeit dauert es angeblich nur ca. eine viertel Stunde, bis Ihr Rechner
attackiert wird. Und ich kann bestätigen, dass meine Firewall schon
lange stumm geschaltet habe, weil mich die Meldungen "XXX versuchte Port
YYY zu erreichen" nerven - wer will da etwas von Ports, die gar nichts mit
dem Surfen zu tun haben? Ganz klar: Da sucht jemand nach Hintertüren im
System (z.B. Fehlern im Betriebssystem oder von einem Trojaner
aufgeschlossenen Hintertüren).
Es gibt also Programme,
die Ihr Betriebssystem braucht
(Systemprogramme wie Windows oder Linux),
die Sie zum Arbeiten brauchen (Anwendungsprogramme
wie Office, den Webbrowser oder Ihr E-Mail-Programm),
die Sie zum Arbeiten brauchen, die aber
zusätzlich Informationen weitergeben, ohne dass Sie dies wollen
(z.B. so genannte Adware, Spyware, aber auch einige
Betriebssystem-Programme!),
die Ihre Daten ausspähen (die z. B.
Kontodaten, Kennwörter oder Firmengeheimnisse an einen Datendieb
senden),
die Ihren Rechner als Hilfsmittel
missbrauchen (um z. B. wie der Wurm LoveSan/Blaster mit Tausenden
von Rechnern gleichzeitig einen Angriff auf einen Server im Internet
zu starten und den Server alleine dadurch lahm zu legen, auch ohne
ihn zu knacken) oder
die Ihre Daten vernichten (weil ein
Idiot sich beweisen musste, dass er zwar gut aber ohne Ehre
programmiert).
Diese letzten drei Arten installieren Sie sicher nicht freiwillig auf
Ihrem Rechner. Sie gelangen entweder getarnt auf Ihren Rechner (daher
heißen sie Trojaner, denn die Programme geben sich z. B. als
Banking-Programm oder Virenschutzprogramm aus und haben entweder
zusätzlich oder ausschließlich anderes im Sinn), oder sie gelangen über
Sicherheitslücken auf Ihren Rechner (z.B. der Wurm LoveSan, der eine
Sicherheitslücke in Windows ausnutzte, um Rechner online zu infizieren),
oder sie werden als Mail verschickt und bitten den Benutzer, eine
angehängte Anwendung zu starten, z.B. um angeblich ein Video zu zeigen.
Um sich vor diesen Programmen zu schützen, müssen Sie folglich
Sicherheitslücken Ihres Rechners schließen, indem Sie regelmäßig
Updates installieren, mit denen erkannte Lücken geschlossen werden
eine Firewall installieren, die Ihren
Rechner weitgehend auch dann schützt, selbst wenn eine ggf. noch
unbekannte Sicherheitslücke einen Angriff erlauben würde (an Ihrer
Wohnungstüre haben Sie doch auch ein Schloss als "Firewall" - oder steht
die Türe offen?)
einen Virenschutz installieren, der Sie
auch dann noch schützt, wenn Sie selbst z.B. mit einer CD, Diskette oder
E-Mail einen Virus eingeschleppt haben
Auf Grund der meist besser ausgebildeten Benutzer und weil es seltener
eingesetzt wird, sind Unix-Rechner seltener das Ziel von Angriffen als
Windows-Rechner. Wie Sie sich mit Windows schützen können (leider erfolgt
das nicht automatisch bei der Systeminstallation), beschreibt Microsoft in
einem
Windows XP Security Guide.
Um vor Viren geschützt zu sein, sollten Sie einen Virenscanner
installieren und mindestens wöchentlich aktualisieren - die meisten
Scanner aktualisieren inzwischen täglich online ihre Signaturen. Es gibt
eine Reihe von für Privatleute kostenlosen Virenscannern. Sehr gut sind
i.d.R. die Virenscaner der Microsoft Virus Information Alliance. Meine
persönliche Empfehlungen (von oben nach unten)
Kaspersky Anti-Virus
Ausgezeichneter Scanner mit besten Referenzen, kostet leider 80 Euro.
Wer einmal Daten durch einen Virus verloren hat, weiß, dass das Geld gut
angelegt ist.
Computer Associates
Bietet unter
My-eTrust in Zusammenarbeit mit
Microsoft einen 12 Monate
kostenlosen Virenscanner inkl. Firewall für Privatpersonen.
Schneidet in Tests gelegentlich nur durchschnittlich ab, weil der
Hersteller Updates "nur" 20 mal im Monat herausbringt. Der Scanner ist
einer der schnellsten und schont insbesondere bei älteren Rechnern die
Ressourcen - da kann man im Privat-Gebrauch den Nachteil der "seltenen"
Updates in Kauf nehmen.
H&B EDV AntiVir
Für Privatanwender kostenlos, leider wird beim Aktualisieren immer eine
Werbungsseite geöffnet.
Trend Micro PC-cillin
Wird häufig mit neuen PCs inkl. 12-Monate-Updates angeboten. Sehr gute
Systemintegration und Updates im Hintergrund. Preislich gut, aber dieses
Jahr von
CA
ausgestochen.
McAfee Security
Nach meiner Erfahrung wirkungsvoll, aber leider immer wieder mit
Abstürzen. Nicht gerade mein Favorit.
Symantec
Bekommt immer mal wieder schlechte Kritiken und bremst den Rechner stark
aus - diese Firma ist wohl in die Jahre gekommen und bietet nur noch
eine Erinnerung an einstige Norton Utilities.
Wer mehr wissen möchte, muss sich selbst ein paar Tests durchlesen,
z.B. bei
Heise.
Eine Firewall ist eine Schutzwand zwischen dem Internet (dem Feuer,
engl. Fire) und Ihrem Rechner, die nur ausgewählte Kommunikation zwischen
beiden zulässt und so Ihren Rechner schützt. Eine solche Firewall kann in
einem externen Gerät oder als
Software auf Ihrem Rechner installiert sein. Es gibt eine Reihe von
für Privatleute kostenlose Firewalls:
Microsoft
Windows Firewall (ab Windows XP; warum die bei XP nicht bei
Auslieferung aktiviert ist weiß nur Bill Gates)
ZoneAlarm Pro (als ZoneAlarm kostenlos für Privatanwender und meine
persönliche Empfehlung für Einsteiger)
Als erstes sollten Sie die Möglichkeiten Ihres Systems nutzen: Alle
Benutzerkonten sollten ein Kennwort haben, also loggen Sie sich bitte
nicht ohne Kennwort ein. Wenn Sie Windows XP haben: Aktivieren Sie die
eingebaute Firewall, bei neueren Versionen ist diese bereits aktiviert.
Installieren Sie eine der kostenlosen zusätzlichen Möglichkeiten. Wenn Sie
neue Hardware für den Internet-Zugang kaufen: Entscheiden Sie sich nach
Möglichkeit nicht für eine eingebaute Karte, sondern einen externen Router
mit "NAT" - dies verhindert schon einmal sehr effektiv 99% der Zugriffe
von irgendwelchen Idioten, die glauben, mit zerstörerischer Software mehr
als eine Schlagzeile zu erhalten (die besten hatten zwei Schlagzeilen:
Eine Warnung vor dem Virus und eine Verhaftung).
Nehmen Sie die Warnungen ernst, und verriegeln Sie Ihren Rechner.
Bitten Sie ggf. einen Bekannten oder einen Fachhändler, dies zu tun. Das
ist besser, als nach drei Wochen zu erfahren, dass die Polizei den Rechner
konfiszieren lässt, weil ein Hacker über diesen einen dritten Rechner
geknackt hat, oder weil jemand geheime Informationen Ihrer Firma an die
Konkurrenz gegeben hat, oder weil ein Virus Ihre Daten vernichtet hat,
oder weil sie "nur" den Rechner neu installieren müssen, weil der Virus
aufgrund eines Programmierfehlers (nicht mal mit Absicht, das gab es
schon) die Festplatte gelöscht hat. Schon ein paar veränderte
Einstellungen Ihres Betriebssystems und ggf. eine kleine kostenlose
Firewall sind Gold wert.
Natürlich können Sie auch wie ein Fisch auf den Schutz der Masse
vertrauen: Ihr Rechner ist nur einer von Millionen, und so verstecken Sie
sich in der Menge. Aber manche Fische werden trotzdem gefressen, und
Hacker-Programme scannen das Internet schneller als jeder Raubfisch den
Heringsschwarm - in meiner Firma werden neue Rechner im Internet nach ca.
15 Minuten Ziel der ersten automatisierten Hackversuche. Beugen Sie vor
und surfen Sie dann unbeschwert, oder Sie haben das Nachsehen und spielen
demnächst ein Backup zurück - Sie haben doch ein Backup Ihrer Daten und
Einstellungen?
Das Internet bietet eine passive und eine aktive Informationsflut. Die
passive Informationsflut sind die Milliarden von Webseiten, auf denen
Firmen, Privatleute und Verrückte Informationen zu allen denkbaren und
einigen weiteren Themen anbieten. Diese Informationen sind im Netz alle
erreichbar - aber keiner weiß wo. Ursprünglich sollten alle Informationen
miteinander verlinkt sein - doch wer zum Beispiel hat ein Interesse, diese
private Internetseite zu verlinken? Und wie sollen Sie die Seite finden,
von der aus ein Link zu meinen Informationen führt? Als Abhilfe wurden
Suchmaschinen erfunden. Diesen werden Teile des
Webs bekannt gegeben, z.B. meine eigene Homepage. Dann durchsuchen sie ("spidern")
diese Seite und folgen auch allen Links, die sie unterwegs finden - schon
finden sie große Teile des Internets. Diese werden für einen schnellen
Zugriff in Datenbanken abgelegt. Wenn Sie also etwas suchen, geben Sie
Ihren Suchbegriff einfach in einer dieser
Suchmaschinen ein.
Die aktive Informationsflut ist schlimmer. Wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse
in die falschen Hände geraten ließen, dann wird Ihre Adresse
weiterverkauft. Die Folge: Immer mehr Firmen senden Ihnen Ihre Werbung.
Und weil eine E-Mail preiswerter ist als ein Faltblatt, bekommen Sie auch
immer mehr davon. Doch davor kann man sich schützen, z.B. indem eine
private Mailadresse nur an Freunde weitergegeben und eine öffentliche
Adresse regelmäßig gewechselt wird. Auch
LPSCI.COM SpamID.net trägt zur Eindämmung der Spam-Flut bei, ebenso
wie Aktionen von geprellten oder mittelbar beeinträchtigten
Firmen.
Zunächst einmal sind alle Mail-Anhänge (engl. "Attachments")
gefährlich. verlassen Sie sich auch nicht auf den Absender: Wenn ein Virus
oder Wurm einen Rechner infiziert, dann verteilt er sich meist an alle
Adressen, die er dort im Adressbuch findet. D.h. Ihr bester Freund sendet
Ihnen (ohne es zu wissen) möglicherweise einen Virus! Ungefährlich sind
nur (mündlich) angekündigte Attachments oder einige wenige Dateitypen, die
technisch keinen Virus transportieren können.
Dank der gefährlichen Dummheit von Microsoft ist der Dateityp unter
Windows nicht leicht erkennbar. (Unter Unix/Linus ist er gar nicht
erkennbar.) Um diesen Dateityp anzuzeigen, starten Sie den Windows
Explorer (Tasten Windows+E). Im Menü Extras rufen Sie den
Menüpunkt Ordneroptionen auf. Dort finden Sie auf der Registerkarte
Ansicht den Punkt Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden.
Bitte deaktivieren Sie unbedingt diesen Punkt, damit die
Dateierweiterungen angezeigt werden und kein Virus Sie veräppeln kann!
Hintergrund ist, das viele Viren Mailanhänge mit Namen wie "DeineInfo.gif.pif"
versenden. Wenn der o,g. Punkt aktiviert ist, sehen Sie nur eine
ungefährliche Datei "DeineInfo.gif" und würden den Virus arglos aufrufen!
Doch welche Dateitypen sind nun ungefährlich? Ausschlaggebend ist der
Dateityp, das sind die letzten(!) drei Buchstaben hinter dem letzten Punkt
im Dateinamen.
Gefährliche Dateitypen
Gefährlich sind zunächst einmal alle ausführbaren Dateien. Das sind
insbesondere:
.com - DOS
Executable. DIES IST GARANTIERT EIN VIRUS!
.exe - Windows
Executable - Meist ein Virus!
.msi - Windows
Installationsdatei
.pif - DOS
Einstellungen. DIES IST GARANTIERT EIN VIRUS!
.scr - Screensaver - Meist
ein Virus!
Gefährlich können auch alle unbekannten Dateitypen sein - bei mehreren
tausend Dateitypen kann ich hier keine vollständige Liste aller Dateitypen
wiedergeben, geschweige denn für alle herausfinden, ob sie potentiell
gefährlich sind oder nicht. Zumal einige Typen wie z.B. Word-Dokumente
(.doc) ungefährliche Texte oder gefährliche Makroviren enthalten können.
Öffnen Sie lieber eine Mail nicht oder zumindest nicht, bevor Sie Ihren
Virenscanner aktualisiert haben! Und verlassen Sie sich nicht auf
den Absender: Viren verteilen sich selbst an alle Adressen in
Ihrem Adressbuch - der Empfänger wird entweder einen gefälschten Absender
oder gar Sie als Absender sehen und die Mail für vertrauenswürdig halten!
Ungefährliche Dateitypen
Einige wenige Dateitypen können niemals einen Virus verbreiten. Na ja,
fast niemals, Ende 2003/Anfang 2004 fand man in den Algorithmen zur
Bilddarstellung in einigen Programmen idiotische Programmierfehler, und
auch Adobes PDF-Format wies schon einmal einen Fehler auf. Also
wenn Sie ein aktuelles Betriebssystem mit allen aktuellen Pachtes haben,
dann sind folgende Dateien ungefährlich:
.avi
- Videodatei
.bmp
- Bitmap-Bild
.css
- Cascading Style Sheet
.cvs
- Comma Separated Value (Tabelle oder Datenbankdatei)
.gif
- GIF-Bild
.tif
oder .tiff
- TIF-Bilder oder Faxdatei
.jpg
oder .jpeg
- JPEG-Foto
.mp3 -
Audiodatei
.mpg
oder .mpeg
- Videodatei
.pdf - Adobe Portable Document Format
.txt - Textdatei ohne Formatierung
.zip
- ZIP-komprimiertes Archiv. Achtung: Der Inhalt sind Dateien eines
der genannten anderen Typen und damit potenziell gefährlich!
Einige weitere Dateitypen können dann keinen (Makro-)Virus verbreiten,
wenn Sie besondere Sicherheitseinstellungen vorgenommen haben oder diese
zumindest nicht abgeschaltet haben. Dazu gehören die folgenden weit
verbreiteten Dateitypen ab Microsoft Office 2000 (ältere Versionen sind
gefährdet, wenn sie keine zusätzlichen Maßnahmen wie z.B. Virenscanner
einsetzen!):
.doc - Word-Dokument
.dot -
Word-Dokumentenvorlage
.xls - Excel-Tabellen
.xlt - Excel-Tabellenvorlage
.pot - PowerPoint-Präsentationsvorlage
.ppt - PowerPoint-Präsentation
.pps - PowerPoint-Bildschirmpräsentation
Virenwarnungen und Virenmails
Zum einen werden wie schon oben ausgeführt häufig Mail mit Viren oder
einem Link auf eine Virenverseuchte Website verschickt. Außerdem gibt es
noch Mails, die vor einem Virus warnen. Oder Mails, die wegen einer
dringenden Typisierung zur Hilfe bei einem Leukämiekranken bitten. Diese
Mails sind NIEMALS ernst gemeint. Auch wenn die Kettenbriefe (um nichts
anderes handelt es sich) gut klingen und an Ängste oder der die
Solidarität appellieren: Behandelt diese so genannten
Hoaxes bitte wie Viren: Vernichten Sie sie. Und anders als bei Viren
ist der Absender meist echt: Informieren Sie ihn, damit er nicht noch mehr
Müll versendet. Einige angeblich Leukämiekranke sind durch
Beileidsbekundungen per Mail und Telefon zu echten Opfern geworden und
mussten Anrufbeantworter schalten, um mitzuteilen, dass bitte niemand mehr
anruft. Doch die Mails geistern noch Jahre später durch das Netz.
Und das wichtigste: Wenn Ihnen etwas "spanisch" vorkommt, dann ist das
wie bei der "spanischen Grippe": Schützen Sie sich. Prüfen Sie über andere
Wege (also z.B. nicht über in einer Mail stehende Telefonnummern, die von
den Betrügern dafür vorbereitet wurden), ob die Informationen stimmen
können.