Digitaler Webzugang mit ISDN
Die digitale Telefontechnik erfordert eine etwas höhere Investition und
meist geringfügig höhere Monatsgebühren. Für den Zugang wird ein
ISDN-Telefonanschluß sowie eine ISDN-Verbindung des Rechners benötigt.
Dafür bietet ISDN mehr Komfort, Telefonieren parallel zum Surfen,
wesentlich schnelleren Verbindungsaufbau und garantierte
Datenübertragungsraten bis 7 KB/s, bei Kanalbündelung (Nutzung beider
ISDN-Kanäle mit dann doppelten Providerkosten) sogar knapp doppelt so
schnell. Womit wir schon bei einer Besonderheit von ISDN wären: Über eine
Telefonleitung werden zwei Kanäle übertragen, d.h. zwei Telefonate können
gleichzeitig geführt werden.
Wer mehrfach wöchentlich surft oder Mails austauscht, sollte über
mindestens einen ISDN-Zugang nachdenken. Der Download einer 1 MByte großen
Datei dauert 2,4 Minuten oder bei Kanalbündelung sogar nur 1,3 Minuten.
Dabei kann die Kanalbündelung meist auch so eingestellt werden, dass sie
nur bei Bedarf automatisch benutzt wird und bei Telefongesprächen
automatisch eine Leitung für das Telefongespräch freigibt.
Nachteile: Gegenüber dem analogen Zugang höhere Grundgebühren für die
Telefonleitung und herkömmliche analoge Telefone benötigen einen Adapter,
um an einer ISDN-Leitung zu funktionieren. Viele ISDN-Anlagen bieten
jedoch Adapter für mehrere Telefone plus Rechnerzugang kombiniert an. Es
gibt auch Funktelefone, an die man den Computer anschließen kann.
Anschluss
Zur Nutzung von ISDN wird in die vorhandene TAE (Telefondose) ein NTBA
(Netzabschluss) gesteckt, der das ISDN-Signal an meist zwei Buchsen zur
Verfügung stellt (es können mehrere Geräte parallel angeschlossen
werden!). An diesen werden die ISDN-Geräte angeschlossen. Um auch analoge
Geräte weiter benutzen zu können, muss ein weiterer Wandler (a/b-Wandler)
das ISDN-Signal in ein analoges Signal umwandeln.
Wenn an einem solchen a/b-Wandler ein
Modem (siehe oben) betrieben wird, dann wird dessen Übertragungsrate durch
die Qualität des Wandlers meist auf max. 33 kbps begrenzt - aber wer kauft
sich schon ISDN und benutzt dann trotzdem einen Modem?
Kosten
Die Installation des ISDN-Wandlers (NTBA) kostet bei Selbstmontage ca.
52 Euro Einrichtungskosten. Dieser wird auf jeden Fall benötigt (auch wenn
man einen herumliegen hat, liefert die Telekom mit einem ISDN-Anschluss
i.d.R. einen neuen)
Dann muss man sich entscheiden zwischen dezentraler echter ISDN-Technik
(klappt mit der Verkabelung fast immer) und einer zentralen Telefonanlage
(klappt nur, wenn die Verkabelung es zulässt, dass alle Kabel von diesem
Gerät ausgehen; also auch das Telefon im Wohnzimmer ein Kabel zu dieser
meist beim PC stehenden Anlage hat), also entweder:
- Echtes ISDN-Telefon Kaufpreis ab ca. 50 € oder a/b-Wandler zum
Betrieb analoger Telefone (Kaufpreis ca. 30 € plus Telefone)
- Und dazu eine ISDN-PC-Karte Kaufpreis ca. 10 € (alte Karten, laufen
nicht in neuen PCs) bis 60 € oder PC-Adapter, z. B.
D-Link ISDN/USB Terminal Adapter ca. 45 €
oder
- ISDN-Anlage mit integriertem PC-Adapter und integriertem Telefon-a/b-Wandler
(meist bis zu 4 Telefonanschlüsse mit internen Gesprächen) Kaufpreis ab
50 Euro
Empfohlen: Telekom Verona, Eumex,
Fritz!-Card USB ca.
75 € oder als
Angebot, Elmex
Weniger sinnvoll im Privatbereich: Auerswald, Teledata
Diese Lösung bedeutet: Wenn die Verkabelung es zulässt, kann man für
ca. 70 Euro die alten Telefone weiter benutzen und hat trotzdem
Top-Technik, inkl. Telefonanlage mit internen Gesprächen, gleichzeitigem
Telefonieren oder Surfen auf 2 Leitungen etc.
Angebote von Providern wie z.B. einem
1&1 Profiseller umfassen häufig vergünstigte Hardware zusammen mit dem
Zugangstarif.
Da
ich selbst 1&1 Profiseller bin, möchte ich Ihnen anbieten, über einen
(jederzeit abbestellbaren)
kostenlosen Newsletter über aktuelle Angebote automatisch informiert
zu werden.
Providergebühren
Für den Anfang benutzen Sie am besten einen Monat Schnupperzugang ohne
Vertragsbindung, manchmal sogar kostenlos, oder einen Call-by-Call-Tarif.
Vermeiden Sie auf jeden Fall Tarife mit mehr als 1-monatiger
Vertragsbindung.
Ideal ist dafür sicherlich die überall erhältliche AOL-Software mit
einigen Freistunden. Achten Sie aber bitte auf Kündigungsfristen im
Kleingedruckten! AOL ist bei längerer Benutzung nicht unbedingt preiswert,
bietet dafür aber auch einigen Gegenwert.
Später sollten Sie einen Call-by-Call-Tarif für 0,5 bis 2 Cent/Minute
benutzen, dessen Preis Sie regelmäßig (alle paar Monate) mit dem der
Wettbewerber vergleichen (z. B. bei
www.telefontarif.de,
www.teltarif.de). Empfehlen kann ich gerade für Anfänger auch erst
einmal einen Call-by-Call-Tarif von
MSN, da deren Tarife keine plötzlichen Preissprünge machen, was
insbesondere bei Billiganbietern schon einmal vorkommt.
Sollten Sie etwas mehr surfen oder gerade am Anfang gute
Installationsanleitungen benötigen oder als Einsteiger neue Hardware
benötigen, lohnt sich auch ein fester Provider, der nebenbei auch noch
z. B. Mailadressen anbietet, als Beispiele seien hier
1&1 Profiseller oder
Arcor genannt. Bei
ISDN lohnt sich auch ein genauer Blick auf den Surfzeitpunkt, weil das
Wochenende (wenn die Geschäftskunden keine Leitungskapazitäten
benötigen) oft vergünstigt angeboten wird.
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