AVM FRITZ! Mini Testbericht
Ich hatte das Glück, zu den ersten Testern des neuen
WLAN-Telefons FRITZ! Mini von AVM
zu gehören. Zusammenfassend kann man sagen: Ein gutes Gerät, aber mind.
ein Softwareupdate fehlt nach meiner Meinung noch.
Der FRITZ! Mini eignet sich derzeit nur im Zusammenspiel mit einer FRITZ!Box Fon, um über VoIP zu telefonieren. Sie ersetzt im Prinzip ein
DECT-Telefon und bietet außerdem noch E-Mail, Podcasts, Musikwiedergabe
von einem Medienserver und Webradio - ein kleiner PC im Wohnzimmer also.
Beginnen möchte ich mit dem Auspacken des Gerätes. Die Verpackung ist
durchdacht, umweltfreundlich aus Karton, kompakt, gut gestaltet. Das Gerät
wird ausgepackt und installiert. Was fällt mir auf?
Ladestation
Der Stecker an der Ladestation ragt viel zu weit aus
dem Gehäuse. Besser wäre ein abgewinkelter Stecker oder noch besser ein im
Gehäuse versenkter Anschluss, damit das Gerät z.B. auch kurz vor einer
Wand hingestellt werden kann. So will das Gerät auf die Mitte des
Schreibtisches - so ein schön schmales Gerät will einen so tiefen
Stellplatz...
Fazit: Design überarbeitungswürdig, Verarbeitung gut.
Installationsprogramm
Das Installationsprogramm macht alles automatisch, inkl. Firmwareupdate
der FRITZ!Box - das ist sehr benutzerfreundlich. Aber nach dem ersten
Durchlauf des Installationsprogramms ist nicht erkennbar, ob alles
fertig ist. Der Installationsassistent kann erneut gestartet werden und
behauptet prompt, die Firmware der FRITZ!Box müsse erneut aktualisiert
werden - was korrekt ist, denn die alte 29.04.40 wurde nicht ersetzt, die
Box ist seit Stunden online (hat also nicht nach einem Firmwareupdate neu
gebootet), aber es erschien keine Fehlermeldung bei der
ersten Installation!
Beim nun erfolgenden Download der Firmware ist der Button „Schließen“
verfügbar. Klickt man ihn an, erscheint: "Möchten Sie die weiteren Installationsschritte abbrechen? [OK]"
Bei dieser Fragestellung hätte ich zwei Buttons „Ja“ und „Nein“ erwartet.
Ansonsten funktionierte dieser zweite Installationslauf korrekt.
Fazit: Im Installationsprogramm müssen noch mehr Fehler abgefangen
werden - ansonsten sehr benutzerfreundlich.
Gini!
Gini! ist eine Anwendung zur Verwaltung des Telefons. Leider verwaltet
sie nur die Hälfte, und bei dieser Hälfte habe ich nicht verstanden, warum
der größte Teil nicht gleich über die Weboberfläche der FRITZ!Box erfolgt.
Die Anwendung Gini! hält sich nicht an den Standard,
dass alle Funktionen über die Tastatur (und somit aus dem Menü heraus)
erreichbar sein müssen. Das ist unübersichtlich und nicht
behindertengerecht und es behindert auch Computerprofis, die keine
Mausschubser sind.
Gini! startet mit der Anzeige „Es ist kein
FRITZ! Mini-Benutzer zur Bearbeitung ausgewählt. Wählen Sie einen Benutzer
im Menü Benutzer…“ – doch es existieren nur die Menüs „Datei“, „Ansicht“
und „Hilfe“. Anscheinend wurde ein Icon mit einem Menü verwechselt –
erneut: siehe oben, es fehlt ein Menü!
Also nächstes stieß ich auf ein falsches Kennwort der
FRITZ!Box. Es wäre sinnvoll, wenn Gini! diese Eingabe gleich als erstes
nach der Installation abgefragt hätte, denn die meisten FRITZ!Boxen haben
(hoffentlich) ein Kennwort gesetzt!
Danach erfahre ich, das kein FRITZ! Mini an der FRITZ!Box angemeldet ist. Schön, ich hatte doch vorhin einen
Installationsassistent – wo ist der jetzt?
Aber auch nachdem ich die Installation durchgegangen bin, ist mir nicht
alles klar. Benutzer, Boxen, Telefone - was will Gini! eigentlich alles
verwalten? Eigentlich scheint es "nur" dazu zu dienen, das Telefon in die
FRITZ!Box einzutragen bzw. im Telefon den WLAN-Schlüssel zur FRITZ!Box zu
hinterlegen (den wurde ich nämlich nie abgefragt!)
Und dann hat das neue Telefon an der FRITZ!Box auch nicht die Standard-Klingelsperre aktiviert –warum ist das
sonst eine Standard-Klingelsperre? Und welche Rufnummern wurden dem
Telefon zugewiesen – auch meine Faxnummer? (Ja, es wurden alle oder
genauer gar keine Rufnummern zugewiesen.) Die Verwaltung ist somit verwirrend
auf mehrere Stellen (FRITZ!Box für die Rufnummern, Gini! für die
Anmeldung, FRITZ! Mini für eigene Optionen) verteilt.
Wenn man Gini! minimiert, verabschiedet es auf Wunsch (einstellbar)
wortlos ins Systemtray - und reagiert dort auf einfachen Mausklick gar
nicht. Nur mit der rechten Maustaste zeigt sich ein Menü zum
Wiederherstellen, wozu auch ein Doppelklick ausreicht - das ist
umständlich. Und außerdem: Welchen Sinn macht Gini! im Tray? Ich beende es
und starte es neu.
Der Start von Gini! ist recht langsam. Der
Splashscreen rechts ist beim Programmstart recht lange zu sehen und inhaltlich nicht
akzeptabel – die Anwendung selbst sollte nach der Installation laufen,
gemeint ist sicher die Verbindung von Gini! zur FRITZ!Box oder FRITZ! Mini, die
aufgebaut wird.
Gini! zeigt einige Elemente aus dem Menü der FRITZ!Box an, ohne dass
ersichtlich ist, wozu dies dient.
Die Liste aller Anrufe sollte nach Datum sortiert
sein – nicht nach Erfolg oder Richtung des Gesprächsaufbaus. Sie sollte
nach Namen sortierbar sein. Und diese Liste sollte auf dem FRITZ! Mini
selbst nutzbar sein.
Es gibt ein „Privates FRITZ! Mini Telefonbuch von
Benutzer“ – doch wo findet man dieses Telefonbuch auf dem
FRITZ! Mini?
Bei der Anlage eines neuen Benutzers werde ich
gefragt, ob ich diesen (zweiten) Benutzer nun bearbeiten will. Doch trotz
„Ja“ ist er nicht aktiviert. Und wozu dient die Verwaltung von Benutzern, wenn diese
an dem FRITZ! Mini nicht ausgewählt werden können? Dass eine Familie
mehrere FRITZ! Mini kauft, ist wohl der Traum von AVM, ich halte ein gerät
im Wohnzimmer für die ganze Familie für wesentlich sinnvoller (und
preiswerter). Und dann sollte sich jeder seine eigene Musik, Anrufliste,
Telefonbuch, Klingeltöne etc. einstellen können, und am besten hat jede
Rufnummer auch einen anderen Klingelton.
Bei dem Versuch, in Gini! den FRITZ! Mini einem neuen Benutzer
zuzuweisen, erschien die unverständliche Fehlermeldung:
Der Benutzer war jedoch geändert! In der FRITZ!Box waren dann zwei
Benutzer von FRITZ! Mini eingetragen, und dort können diese nicht gelöscht
werden. Beim Zurück-Ändern des Benutzers gab es keine Fehlermeldung.
Fazit: Gini! ist eine derzeit unausgegorene Anwendung, die
überflüssige, nu für das System notwendige Aufgaben durchführt (Benutzer
verwalten) und für den Benutzer notwendige Aufgaben (Rufnummern,
Telefonlistenverwaltung) gar nicht oder schlecht ausführt.
FRITZ!Box mit aktualisierter Firmware
29.04.44-9163 bzw. inzwischen 29.04.46-9417
Die neue Oberfläche ist sehr schön und praktisch. Die
Übersichtsseite wechselte von „gut“ auf „genial“!
Leider ist das Menü durch die Aufteilung auf zwei Hauptmenüs "Startmenü"
und "Einstellungen" oben und eine Menüleiste links unübersichtlicher
geworden - ich hätte mir alles links gewünscht.
Kurz nach dem Start wird anscheinend die Rufumleitung nicht wie oben
dargestellt angezeigt. Nach dem Prüfen der Einstellungen und erneutem
Aufruf der Startseite war alles OK - wohl ein kleiner Mangel der neuen
Oberfläche.
Die Anzeige der Internetrufnummern auf der
Übersichtsseite erfolgt ohne Vorwahl. Dies ist irritierend, da die Box
nicht weiß, in welchem Vorwahlbereich sie gerade montiert ist – im
Gegensatz zu POTS (dem guten alten analogen Telefon) kann die Vorwahl der Box vom
physikalischen Standort abweichen, daher wäre eine Anzeige sinnvoll.
Wenn das WLAN deaktiviert wird, erscheint folgende
Fehlermeldung:
Heißt es nun „FRITZ! Mini“ mit oder ohne Leerzeichen? "FRITZ!Box" ohne und "FRITZ! Mini" mit
Leerzeichen? Und warum sollte ich
ihn verbinden wollen – der ist schon verbunden! Er kann dann nicht
mehr kommunizieren, aber das steht da nicht!
Sehr gut dagegen die oben
schon erwähnte neue
Übersichtsseite und der Hinweis dort auf die Nicht-Benutzbarkeit des
FRITZ! Mini während der Nachtabschaltung des Funknetzes.
Die Anzeige der Rufnummern des FRITZ! Mini ist fehlerhaft. Zwar kann
seit einer Aktualisierung bei der Eingabe (analog zu den anderen
Telefoniegeräten) ausgewählt werden, auf welche Rufnummern reagiert werden
soll. Bei Anzeigen der Einstellungen allerdings fehlt die Ausgabe von
"Internet" oder "Festnetz" bei der Rufnummer.
Die neuen Haupt-Menüpunkte „Startmenü“ und „Einstellungen“ oben auf der
Webseite fördern m.E. nicht die Übersicht, sondern nur den ersten Einstieg. Einige Funktionen sind jetzt nur nach vielen Klicks erreichbar,
allerdings sind andere über die mit Links hinterlegten Texte auf der
Startseite auch sehr schnell erreichbar geworden. Ich hätte mir die oberen
Menüpunkte als Bestandteil der linken Menüleiste gewünscht, aber auch so
ist es schon gar nicht schlecht (bis auf die Farbwahl - alle blauen Texte
sollten Links sein, auch der Satz zur Nachtschaltung in der Mitte der
Übersicht).
Wenn eine bisher nicht gespeicherte Rufnummer in das
Telefonbuch der FRITZ!Box aufgenommen werden soll und dabei ein Fehler gemacht wird,
dann erscheint eine Meldung „FEHLER: Telefonbucheintrag fehlerhaft“, und
die Eingaben sind verloren. Wo genau der Fehler liegt (doppelte Kurzwahl,
Hauptnummer ist ein leerer Eintrag), erfährt der Benutzer nicht.
Das Telefonbuch umfasst nur Privat-, Mobil- und
geschäftliche Nummern. Faxnummern können damit nicht kenntlich gemacht
werden, obwohl die FRITZ!Box Faxgeräte an ihren Anschlüssen verwaltet.
Das Telefonbuch sollte nach Namen und Nummern
sortiert werden können.
Die Darstellung des Telefonbuchs auf der Weboberfläche ist bei mehreren
Rufnummern zu einem Eintrag unübersichtlich wg. ungleichmäßiger Abstände
zum folgenden Eintrag. Auch ist nicht ersichtlich, warum ein Eintrag mit
mehreren Rufnummern nur eine Kurzwahl hat - es werden natürlich bei
Benutzung der Kurzwahl nicht alle Rufnummern, sondern nur die Hauptnummer
angerufen.
Im Telefonbuch können ohne Fehlermeldung Einträge
ohne Namen gespeichert werten.
Im Telefonbuch muss immer eine Kurzwahl vergeben
werden, ohne dass angezeigt wird, welche Nummern noch frei sind. Dabei
will ich gerade die vorgeschlagenen unteren Nummern für spätere
VIP-Einträge (mir wichtige Personen) freihalten.
Es ist schön, dass das Telefonbuch eine Druckansicht
hat – noch schöner wäre es, wenn über CSS die Druckansicht automatisch bei
der Ausgabe auf einen Drucker erzeugt würde.
In der Anrufliste tauchen Telefonate mit dem FRITZ! Mini
mit dem Telefoniegerät „10“ auf, obwohl die FRITZ!Box das Gerät in der
Liste der Telefoniegeräte dem Benutzer „Tom“ zugeordnet hat, während ein
Gerät „10“ nirgends eingetragen ist. Alle Geräte sollten (wie bei den
Nicht-FRITZ! Mini-Geräten) einheitlich Namen erhalten. Der in Gini!
eingetragene Name ist hier leider gar nicht sichtbar. Und die Rufnummer
des FRITZ! Mini ist auch nicht 10, sondern 610.
Bei Rufumleitungen werden die Namen aus dem
Telefonbuch der FRITZ!Box angezeigt – allerdings werden nicht alle Anrufe
von dem Telefonbucheintrag umgelenkt, sondern nur jene der Hauptrufnummer.
Dies ist inkonsistent. Und leider kann man für "von"-Anrufe keinen
Parallelruf einrichten, das ist nur für alle Anrufe an ein bestimmtes
Gerät möglich.
Die neue Auflistung der vorhandenen WLAN-Netze ist toll.
Allerdings fehlen mir dort Hinweise auf die benutzte Kanalbreite –
schließlich funkt ein WLAN-Gerät nicht nur auf dem eingestellten Kanal,
sondern nimmt diesen quasi als „Frequenzmitte“. Daher könnte eine Anzeige des
Funkbereichs das Verständnis in der Bevölkerung, welche Kanäle eher frei
sind, verbessern. Und der eigene Kanal sollte etwas mehr hervorgehoben
werden (im Bild Kanal 3).
In der Anrufliste werden bei einer Durchwahl
(eingerichtete Rufumleitung eines Anschlusses nach Extern) der externe
Anrufer später (weiter oben) eingetragen als das auf Grund dieses Anrufers
aufgebaute umgeleitete externe Gespräch.
Fazit: Die FRITZ!Box ist ein noch einmal verbessertes, ausgereiftes,
absolut empfehlenswertes Gerät. Einige Bedienfunktionen wurden aber für
Kenner umständlicher gestaltet, dafür sind die Übersichten jetzt sehr
aussagekräftig. Wenn nun die Kenner wieder etwas besser bedient würden,
wäre die Box perfekt. AVM liefert erfahrungsgemäß auch nach Jahren
noch neue Firmware für alte Boxen - mit der Kauf einer FRITZ!Box trifft
man immer die richtige Entscheidung.
FRITZ! Mini mit aktualisierter Firmware 05.01.77
Der FRITZ! Mini ist ein WLAN-Telefon, welches offenbar über ein
proprietäres Protokoll eine Verbindung zur FRITZ!Box aufnimmt und neben
VoIP-Telefonie auch noch Musik wiedergeben kann (wenn man einen
Mediaserver hat oder ein solcher mal erläutert wird) und E-Mails empfangen
und senden kann.
Das Display ist von hinten beleuchtet und auch nur in diesem Zustand
ablesbar (im Foto ganz oben überstrahlt der Blitz die
Hintergrundbeleuchtung, die daher abgeschaltet aussieht, in Wirklichkeit
ist das Display weiß ausgeleuchtet). Leider ist die
Tastatur nicht beleuchtet, aber zumindest so lange es neu ist reflektieren
Teile der Tastenbeschriftung das Licht recht gut.
Einige Funktionen sollten sofort mit nur einer Tastenbedienung angesprungen werden
könnten – z.B. Wahl einer Rufnummer aus dem Telefonbuch oder
Wahlwiederholung. Die vier
kontextsensitiven Tasten sind derzeit aber im Grundmenü unbelegt. Ideal wäre natürlich eine benutzerdefinierbare
Belegung.
Die mattschwarze Oberfläche des FRITZ! Mini ist sehr
rau und fühlt sich dadurch etwas unangenehm an. Eine glattere, leichter
(subjektiv) sauber zu haltende Oberfläche wäre wünschenswert. Zumal gerade
Klavierlack in ist - da wirkt so eine rauhe, gegen Kratzer ziemlich
empfindliche Oberfläche nicht angebracht.
Das außerdem externe Anrufer, mit denen über einen anderen Apparat
gesprochen wurde, in der
„Anrufliste“ der FRITZ!Box, nicht aber in der gleichnamigen „Anrufliste“
von FRITZ! Mini auftauchen, irritiert zusätzlich. Wünschenswert wäre ein
Zugriff auf die Anrufliste der FRITZ!Box (also wahlweise auch auf die
Gespräche zu anderen Apparaten). Auch wurden Gespräche, die abgebrochen
wurden (warum auch immer - WLAN-Störung?), nicht in der Liste angezeigt.
Der neue Anrufbeantworter in der FRITZ!Box wird nirgends
erwähnt, wenn man nicht auf der AVM-Webseite schon länger die
Labor-Versionen der FRITZ!Box verfolgt hat. Aber wie kann man gespeicherte Anrufe an anderen
an die FRITZ!Box angeschlossenen Telefonen
signalisieren? Eine SMS-Funktion für die angeschlossenen analogen und
ISDN-Geräte wäre wünschenswert, so wie die Telekom dies mit ihrer
T-Net-Box bietet. AVM bietet hier derzeit nur die MWI-Funktion an, so dass
ISDN-Geräte benötigt werden.
Nach nur einem Tag Standby-Betrieb und einem
28-minütigem Gespräch sinkt die Batteriekapazität stark ab - wie stark,
lässt die ungenaue kleine Anzeige nur ahnen. Leider wird auch nirgends angezeigt, welcher Kapazität (in
Prozent oder Standby-Zeit) dies entspricht. Tatsächlich war der FRITZ! Mini
am nächsten Tag stromlos. Eine solche Akkukapazität entspricht nicht dem Stand
der Technik, und die Akku-Anzeige löst die Akkulaufzeit leider ein wenig
sehr grob auf.
Die Taste „1“ trägt das Anrufbeantworter-Symbol,
jedoch konnte damit keine Verbindung zum Anrufbeantworter aufgebaut
werden.
Bei einem Gespräch (Abstand zur FRITZ!Box 1 Stockwerk
mit moderner Stahlbeton-Decke im Einfamilien-Neubau) traten unregelmäßig gelegentlich kurze
roboterähnliche metallische Störgeräusche auf. Nach 28 Minuten wurde das
Gespräch einfach unterbrochen, FRITZ! Mini zeigte an, dass die
WLAN-Verbindung neu aufgebaut wird. Notebooks haben an dieser Stelle
keinerlei WLAN-Probleme.
Es fehlt eine Beschreibung, wie der FRITZ! Mini an
andere WLAN-Anlagen angemeldet werden kann - der Hinweis, dass der
FRITZ! Mini nur für die FRITZ!Box 7170 geeignet ist, genügt nicht, weil in
den Aussagen von AVM das Wort "nur" fehlt. Zumindest eine Anmeldung an
einen Computer mit WLAN und ggf. weiterer Software wäre wünschenswert (z.B. um eine Asterisk so mit
Telefonen zu ergänzen) - denn nur für die FRITZ!Box 7170 ist dies ein
recht teures Spielzeug (Straßenpreis derzeit oberhalb 85 €) mit begrenztem
Anwendungsbereich.
Durch die Aktualisierung der FRITZ!Box wurde automatisch eine
Aktualisierung des FRITZ! Mini vorgenommen, die Geräte sind wohl eng
verheiratet, denn die FRITZ!Box zeigt auch den Akkustand des FRITZ! Mini
an. Seit einer Aktualisierung ist die Klingellautstärke änderbar, leider
der Klingelton noch nicht.
Es ist nicht ersichtlich, welche interne Rufnummer der FRITZ! Mini
erhält. Er reagiert aber auf die interne Rufnummer 50 (das ist
normalerweise der ISDN-Bus) und identifiziert sich selbst intern als 610.
Eine Freisprechfunktion wäre wünschenswert.
Bei einigen Funktionen (z.B. Anrufliste) muss man die Softtaste C zum Löschen und A zum
Bestätigen des Löschens drücken - schöner wäre es, wenn die gleiche Taste
zuständig wäre. Gerade bei diesen Listen fingert man sonst unnötig wild
über die Tastatur, wenn man die Listen aufräumen will.
Die Anzeige von E-Mails in einer scrollenden Zeile ist ein schlechter
Scherz. So etwas ist nicht brauchbar, das Display hat doch mehrere Zeilen.
Der Zugriff auf Musikdateien wird leider nur nach etwas Suchen auf der
Webseite
erklärt. Man benötigt den Microsoft Windows Media Player 11 und muss dort
die Medien freigeben. Danach kann man sie am FRITZ! Mini wiedergeben -
allerdings ist die Navigation etwas mühsam, da das Gerät vermutlich auf
Grund der Größe meiner Medienbibliothek nur sehr zögerlich auf
Tastendrücke reagiert. Und zur Musikwiedergabe muss der PC eingeschaltet
sein. Schließlich noch können nur MP§- und WAV-Dateien wiedergegeben
werden - also keine WMV-Dateien, kein OGG etc.
Offenbar beherrscht FRITZ! Mini nur die
Verschlüsselung WPA, nicht aber das aktuelle (aber gar nicht neue),
sicherere WPA2.
Das ist für ein neues, nicht gerade billiges WLAN-Gerät nicht akzeptabel!
Wenn die FRITZ!Box ein Stockwerk (Stahlbetondecke)
und 10 Meter entfernt ist, beginnen Gespräche oft „zerhackt“ und werden
danach besser. Möglicherweise wird die (im Automatikbetrieb befindliche) Sendeleistung
des WLAN zu langsam gesteigert.
Beim Zurückstellen auf die Ladestation wäre ein
Signalton wünschenswert als Bestätigung, dass der FRITZ! Mini nun geladen
wird, und eine Pager-Funktion an der FRITZ!Box zum Suchen des Handgerätes
wie bei DECT-Telefonen wäre auch wünschenswert. Der Akku ist nicht
wechselbar - da Akkus Verschleißteile sind (sie halten i.d.R. max.
1000 Ladezyklen, das wären max. 10 Jahre), bin ich gespannt, wie zufrieden
die Kunden damit sind, denn dank der Torx-Schrauben wird wohl nicht jeder
Benutzer die FRITZ! Mini öffnen und die Akkus austauschen können
(angeblich sind normale AAA-Akkus eingebaut).
Zwei Sicherheitslücken sehe ich noch: Zum einen
kann ich von FRITZ! Mini aus jederzeit und ohne Eingabe eines Passworts ein
Update der FRITZ!Box anstoßen - dann braucht die Box einige Minuten,
bis sie wieder betriebsbereit ist. Warum hier der normale Zugriffsschutz der Box
fehlt, ist mir schleierhaft, denn da FRITZ! Mini nicht die gesamte
Oberfläche der Box ersetzt, hätte man gerade diese Funktion besser nicht
implementiert. Einmal falsch geklickt, und der Partner oder Kollege fragt, warum sein
Telefongespräch gerade beendet wird. Zum anderen habe ich das FRITZ! Mini
mit der FRITZ!Box verbunden, ohne jemals das WPA-Schlüsselwort am
FRITZ! Mini einzugeben. Diese Funktion heißt "AVM Stick&Surf für
FRITZ! Mini" und sollte nach dem Anmelden des Telefons deaktiviert werden
(sinnvoller Weise sollte die Box dies nach 5 Minuten automatisch
ausschalten), denn demnach kann ohne Kenntnis meines WLAN-Schlüssels
eine WLAN-Verbindung aufgebaut werden! Jedes Gerät, dass sich als
FRITZ! Mini tarnt, kann diese Verbindung aufbauen!
Mein Fazit
Eine gute Idee, aber zum Telefonieren fehlen noch einige
Funktionen (besonders Wahlwiederholung und bitte auch einen
angenehmeren Klingelton), und dafür gibt es eine Menge Funktionen, die ich nicht
benötige. Viele oben genannte kleine Fehler sind dagegen nicht wirklich
wichtig. Schade aber, dass FRITZ! Mini nicht ohne FRITZ!Box benutzbar ist.
Das Design ist (bis auf den Netzstecker der Ladestation und die begrenzte
Akkulaufzeit) sehr schön. Doch
der festgestellte Abbruch eines Telefonats und VoIP-Probleme und die nicht selbsterklärende Architektur mit Gini! zeigen,
dass die Software der FRITZ! Mini wohl noch hinter dem Design herhinkt. Es
könnte demnächst ein empfehlenswertes Gerät sein, derzeit ist es aber noch
nicht das, was ich von AVM gewohnt bin. Offenbar muss AVM mit diesem neuen
Gerätetyp erst noch Erfahrungen sammeln (auch wenn das Gerät ursprünglich
Mitte 2006 bereits erscheinen sollte). Immerhin sind die wichtigsten
Fehler wohl per Software behebbar.
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